Aus
dem Kindertheaterleben
Das
Theaterleben, vor allem das mobile, erscheint vielen Menschen besonders
reizvoll. Die Realität sieht freilich anders aus. Tatsächlicher,
mobiler Alltag führt zwar durchs ganze Land, aber kaum zu Eindrücken,
die über die eigene Veranstaltung hinausreichen. Was die Zuschauer
als einstündige Theatervorstellung erleben, bedeutet für Künstler
und Techniker zumindest 4-6 Stunden Arbeit (ohne Fahrzeit). Die
Aufführung ist "Belohnung", denn die meiste Zeit verbringen
alle mit dem Schleppen schwerer, sperriger und unhandlicher Ausstattungsteile.
In Theaterräumen geht es zusätzlich darum, das Lichtkonzept des
jeweiligen Stückes optimal umzusetzen, was mitunter bedeutet, dass
man um die Verfügbarkeit von Scheinwerfern kämpfen muss. Nicht
selten beginnen Tage mobiler Aufführungen im Morgengrauen und enden
spät abends mit dem Umladen für den kommenden Tag. Warum
wir dennoch unterwegs sind und der romantisch verklärten Phantasie
von Außenstehenden kaum widersprechen? Weil
alle Mühen und Anstrengungen vergessen sind, sobald das Abenteuer "Theater" beginnt
und die Zuschauer der Einladung folgend am Handlungsverlauf Anteil
nehmen. Weil auch wir, aufgrund atmosphärischer und emotionaler
Wahrnehmungen, "gute" Vorstellungen als spielerisch und
vergnüglich erleben. Dahinter steht allerdings ein Höchstmaß an
Konzentration, penibler Vorbereitung und koordinierter Teamarbeit. In
den vergangenen 20 Jahren hat das ICHDUWIR Kindertheater auf diese
Weise (trotz laufendem eigenen Theaterbetrieb)
 | tonnenweise
technisches Equipment und Bühnenausstattung geschleppt; |
 | jährlich
rund 20.000 Kilometer zurückgelegt; |
 | im
Auto sitzend, unzählige Formen von Landschafts- und Wetterwechsel
erlebt; |
 | unterschiedlichste
Veranstaltungsorte kennen gelernt; |
 | in
Theatern, Kinos, Mehrzweckräumen, Pfarrsälen, Gemeindehäusern,
Schulen, Kindergärten, AK-Sälen, Spiegelzelten, Zirkuszelten
und Gasthaus-Bühnen, auf Straßen, Wiesen und Parkplätzen gespielt; |
 | viele
Erfahrungen gemacht, die wir nicht missen möchten; |
 | mit
Unterstützung von Hausarbeitern, Haustechnikern und Reinigungspersonal
unvorhersehbare Probleme bewältigt; |
 | oft
improvisiert, damit die Vorstellung stattfinden kann; |
 | immer
wieder um das Recht der Kinder auf optimale Bedingungen gekämpft; |
 | unzählige
liebe, engagierte und hilfsbereite Menschen getroffen; |
 | mehrheitlich
erlebt, dass Bedürfnisse von Kindern ernst genommen werden; |
 | österreich-
und weltweit Gleichgesinnte getroffen; |
 | zehntausenden
Zuschauern die Faszination von Theater vermitteln können; |
 | viel
Lob und Anerkennung erhalten; |
 | unendlich
viele Argumente gesammelt, um auch weiterhin unterwegs zu sein. |
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